Jugendtag

Jugendtag in Lichtenberg








Der diesjährige Jugendtag, der unter dem Motto ?Woher ? wohin?? stand, fand in unserer Kirche Berlin-Lichtenberg statt.

Eingeleitet durch das Eingangslied "Der Herr ist Gott und keiner mehr" begann der Gottesdienst, den unser Bezirksapostel Nadolny mit dem Textwort aus Epheser 6, 2-3 hielt  "Ehre Vater und Mutter, das ist das erste Gebot, das eine Verheißung hat: auf dass dir?s wohlgehe und du lange lebest auf Erden".

Dieses Gebot, auf das Apostel Paulus eingeht, soll uns bewusst machen, dass wir Autoritäten unseres Lebens achten und ehren sollten. Dazu zählen unsere Eltern, unsere Lehrer, ja selbst Behörden und auch die Ämter, vorausgesetzt dass auch diese Autoritäten sich in den Geboten bewegen.

Die Generationen, die uns vorangehen, sind wie die Wurzeln eines Baumes, die man nicht abhacken sollte. Denn ein Baum ohne Wurzeln bringt auch keine Früchte.

Dass gerade dieses Gebot bei den Geboten des zwischenmenschlichen Lebens als Erstes steht, ist nicht ohne Grund, denn wer dieses Gebot hält, hat es einfacher die anderen Gebote zu halten.

Doch gerade für manchen der Jugendlichen, deren Eltern in Scheidung leben, ist dieses Gebot nicht immer einfach zu halten. Darum appellierte der Bezirksapostel an die Jugendleiter, Wegweiser zu sein.

Von der menschlichen Elternschaft leitete Bezirksapostel Nadolny zur göttlichen Vaterschaft über. Gott ist kein Kumpel, sondern unser himmlischer Vater, den wir jederzeit um Hilfe bitten können, auf den wir uns aber auch verlassen müssen.

So könnte das Gebot auf Gott bezogen auch heißen: "Ehre deinen himmlischen Vater, auf das es dir wohlgehe und du ein ewiges Leben beim Vater hast."

Wie wichtig dieses Vertrauen ist, verdeutlichte die Geschichte vom Wanderer, der in eine Schlucht stürzt und sich nur noch an einem Zweig hält. Er bittet Gott um Hilfe und als dieser sie ihm zusichert und ihn auffordert sich dann fallen zu lassen, entgegnet ihm der Wanderer nur "ich bin doch nicht verrückt". Wir möchten uns doch immer in die Hand Gottes fallen lassen.

 

Apostel Wosnitzka nannte uns unseren Vatersnamen und ließ uns spüren, dass eine innere Autorität aus der Liebe heraus viel größer ist als äußere Autorität.

Diese innere Autorität konnte der Apostel bei seinem damaligen Ältesten von Kindheit an erleben und selbst als er Bischof war und das erste Mal vor seinem Ältesten an den Altar gehen sollte.

Der damalige Bischof bat seinen Onkel Herbert vorzugehen, doch dieser beruhigte ihn mit den Worten "Geh nur, ich bin ja hinter dir".

Ein anderes Erleben zeigte uns die fürsorgliche Art seiner Eltern, als der 17 jährige Rolf Wosnitzka für die Lehrzeit sein Elternhaus verlassen musste. Während ihm seine Mutter liebevoll aber permanent Ratschläge gab, sagte sein Vater nur "Junge, vergiss nicht, wer du bist."

Bezirksapostelhelfer Bezgans übersetzte uns im Schweizer deutsch das russische Sprichtwort "So wie wir unsere Eltern behandeln, behandeln uns unsere Kinder" und verdeutliche uns, wie sich doch das Verhältnis von Kindern zu ihren Eltern in der Pubertät ändern kann, aber nicht muss.

Apostel Gamow nannte die Fußwaschung durch Jesus wahre Autorität und erklärte, dass das vierte Gebot keine Garantie für ein 120 jähriges Leben ist, wohl aber die Qualität des Lebens definiert.

Nach dem Entschlafenenabendmahl, das mit dem Lied "Wenn Friede mit Gott meine Seele durchdringt" dezent ausklang, wurde der Bezirksälteste Lothar Abt, der schon 1966 Diakon war und ein Herz für die Jugend hatte, in den Ruhestand versetzt.

Für den Bereich Nordwest wurde der Bezirksevangelist Helmut Kaspar eingesetzt.

Jugendprogramm am Nachmittag

Der Nachmittag begann nach anfänglichen Tonschwierigkeiten mit einer Bläsergruppe, eingeleitet durch die Moderation von Janette Zink.Unter Applaus wurde Apostel Katens gebeten, das Eingangsgebet mit uns durchzuführen, bevor der Bezirk Nordwest auf anschauliche Art und Weise zeigte, wie sich doch das Jugendleben von damals zu heute verändert hat.

Anschließend brachte Apostel Wosnitzka noch eine Episode aus seiner Bischofszeit zum Besten. Damals hatte man sich noch einen Schein von der Heimat ausstellen zu lassen, um in der Urlaubsgemeinde Abendmahl zu bekommen. In seinem Fall unterschrieb jedes Mal Apostel Nehrkorn.

Jahrelang fuhr der Bischof Wosnitzka in den Urlaub nach Bayern, immer zum gleichen Ort. Jedesmal blieb er unter den Urlaubern anonym, was ihm ganz lieb war. Nur einmal waren er und seine Familie wohl die einzigen Urlauber und der Vorsteher fragte ihn im landestypischen Dialekt: "Bei dir hot ja Apostel Nehrkorn unterschriebn. Du sog einmol, was hast denn du für a Dienstgrad?", worauf der Bischof nur entgegnete "Is doch egal." Nach dem nächsten Gottesdienst kam der Vorsteher auf ihn zu und sagte "I hob nachgeschaut. I weiss es.", darauf der Bischof  "Dann behalt's für di!". Der Dirigent der Gemeinde hatte zu der Zeit Tenornot und fragte auch bei den Urlaubern nach. So auch beim Bischof, der ihm nur antwortete "Ich hab mein Lebtag noch kein Tenor gesungen." Das merkte sich der Dirigent und rief beim nächsten Mal auf dem Parkplatz wie der Bischof kam "Und er singt immer noch kein Tenor?", worauf der Vorsteher laut über den Hof rief  "Der singt überhaupt nicht mehr, der predigt nur noch. Der is Bischof.".

Volker Hedtfeld wurde nach dieser Geschichte gebeten, mit der ganzen Gemeinde den Kanon "Lasst uns miteinander" einzustudieren. Er schaffte es mit seiner leichten Art und seinem Aufruf, Mut zur Synkope zu haben, dass die ganze Gemeinde neuapostolisch swingte.

Der Bezirk Brandenburg hielt uns zum Nachdenken an, was wäre wenn. Viele Fragen wurden uns gestellt und sie erzeugten Dankbarkeit, für manches "was wäre wenn", das nicht eingetreten ist.

Apostel Gamow erzählte uns, dass sein Freund Sergej glaubte, er sei nur deshalb Apostel geworden, weil Sergej ihm den letzten Dolmetscherjob vor der Nase weggeschnappt hatte.

Bezirkapostelhelfer Bezgans entschuldigte sich für den Vormittag, wo man ihn so schlecht verstehen konnte und dankte der Jugend im Namen des ganzen russischen Volkes.

Dann berichtete er von einer Begegnung mit Apostel Schumacher, der ihn fragte, ob er sich unter den deutschen Brüdern wohl fühle, worauf er meinte "wie Gott in Frankreich".

Vorausschauend auf 2009 versicherte er unserer Jugend, dass die russische Jugend ein großes Herz hat und sich schon auf die gemeinsame Zugfahrt mit unserer Jugend nach Düsseldorf freue.

Bevor uns der Bezirk Frankfurt Oder einen weiteren Ohrwurm einpflanzte, wurden der Bezirksälteste Zessin, der Bezirksälteste Simon, sowie die jung versiegelten Schwestern Ariane und Anne-Marie interviewt.

Alle vier zeigten aus ihrer Perspektive, was lebendiges Gemeindeleben für sie bedeutet.

Dabei konnte man ganz deutlich spüren, dass die warmherzige Art der Gemeinde Köpenick dafür sorgte, dass sich beide Schwestern so wohl in ihrem Glauben fühlten.

Älteste Simon berichtete mit Begeisterung, wie unser himmlischer Vater ihm half, mit Hilfe der ganzen Gemeinde ein Versprechen einzulösen und am Ende des Jahres 1959 60 Seelen, für jedes Lebensjahr des Vorstehers eine, zur Versiegelung zu begleiten.

Was Bewahrung bedeutet, wurde Älteste Zessin bewusst, als er im Krieg keinen neuapostolischen Kontakt hatte, jedoch ein Kamerad ihm ein neuapostolisches Gesangbuch gab, das er als letzte Erinnerung von seiner Freundin am Zug bekommen hatte.

Dieses Buch stammte aus der Heimatgemeinde unseres Ältesten und war ihm ein Gruß und die Versicherung, sein himmlischer Vater ist mit ihm.